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Frans Snijders Stillleben, Detail mit PorzellanschaleSeit Jahrhunderten betreiben sie Handel miteinander, Amsterdam und Asien, und asiatische Einflüsse sind aus dem niederländischen Alltag nicht mehr wegzudenken. Wie es zu dem engen Verhältnis zwischen dem asiatischen Kontinent und der Metropole - und damit Asiens mit den ganzen Niederlanden - kam, dem widmet sich nun eine Ausstellung im Amsterdamer Rijksmuseum, die vom 17. Oktober 2015 bis 17. Januar 2016 zu sehen ist. 

Zu den beleuchteten Themen gehören die Faszination für Porzellan, die Rolle der VOC, der Niederländischen Ostindien-Kompanie, das Interesse Gelehrter, neue Kenntnisse über Asien zu gewinnen, der Einfluss asiatischer Kleidung, Stoffe und Möbel auf die niederländische Mode und Interieurs und das besondere Interesse der Amalia von Solms, Gattin des niederländischen Statthalters Friedrich Heinrich von Oranien-Nassau, für asiatische Kunst, vor allem für Porzellan und japanische Lackkunst.

Lackschrank aus Japan Die Ostindien-Kompanie besaß fast auf dem ganzen asiatischen Kontinent Handelsniederlassungen, wie in Batavia (dem heutigen Jakarta in Indonesien), Indien und auf der Insel Deshima (Dejima) vor Nagasaki, wo die Niederländer gut 200 Jahre lang über ein Handelsmonopol mit dem ansonsten von der westlichen Welt abgeschlossenen Japan verfügten. Das Rijksmuseum stellt nun Werke ins Rampenlicht, die der Handelsbeziehung Amsterdams und der Niederlande mit Asien zu verdanken sind und die oft mit unglaublichem Auge für's Detail angefertigt wurden - neben Objekten aus eigenem Bestand auch hochkarätige Leihgaben aus namhaften internationalen Sammlungen.

An Stillleben niederländischer Maler ist abzulesen, wie beliebt asiatische Produkte, allen voran Porzellan aus China und Japan sowie edle Stoffe, im 17. Jahrhundert in den Niederlanden waren, seit sie über den Handel der VOC in Amsterdam und Europa erhältlich waren. Doch viele der luxuriösen asiatischen Produkte, die über Amsterdam auf den europäischen Markt kamen, sind auch selbst ausgestellt. Wie exotische Möbel, kostbare japanische Lackkunst, bedruckte und bestickte Baumwoll- und Seidenstoffe aus Indien und China und natürlich Porzellan. 

Kanne und Becken, Delfter Keramik (Fayence), 1701-1722Oft passten sich die Kunsthandwerker in Asien in Form und Motiven den Wünschen und Gebräuchen der niederländischen und europäischen Kunden an. Doch es ging auch umgekehrt. In Europa versuchte man, die edle Ware asiatischer Handwerker und Manufakturen nachzuahmen. So kam es zu in den Niederlanden entstandenen Lackarbeiten und zur immensen Produktion Delfter Keramik, die sich zahlloser chinesischer Motive bediente und ostasiatisches Porzellan nachzuempfinden versuchte. 

Die Ausstellung ist ein Augenschmaus, der viel über eine frühe Periode der "Globalisierung" erzählt und zudem in sehr geschmackvoll gestalteten Ausstellungssälen präsentiert wird. Informationsschilder an den Wänden und Vitrinen sind auf Niederländisch und Englisch gehalten. Dazu gibt es kostenlose Begleitheftchen zu den Exponaten in mehreren Sprachen, auch auf Deutsch. Ein Ausstellungskatalog ist lediglich auf Englisch erhältlich.

Zur Vervollständigung der Besichtigung des Rijksmuseums empfiehlt sich, den Besuch der Ausstellung mit einer Führung durch die Sammlung zu kombinieren. 

 

 

 


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