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Nach zu vielen Covid-19-bedingten Wochen von Abstinenz von Amsterdam war vor Kurzem endlich Gelegenheit, die Ausstellung “In the Picture“ im Van Gogh Museum in Amsterdam in Augenschein zu nehmen. Eine Sonderausstellung zur Darstellung und Selbstdarstellung von Künstlern im 19. Jahrhundert – auch, aber nicht nur, mit Vincent van Gogh. 

Paul Gauguin, Vincent van Gogh malt Sonnenblumen

In diesem Gemälde von 1888 zeigt uns der Maler Paul Gauguin, wie Vincent van Gogh Sonnenblumen malt. Van Gogh Museum Amsterdam.

 

Neben ein paar alten Bekannten, darunter einigen Porträts und Selbstbildnissen von Van Gogh selbst, gab es auch überraschende Werke zu entdecken. Bislang beim großen Publikum unbekannte Namen gesellen sich in der Ausstellung zu Größen wie Eugène Delacroix, Gustave Courbet und Paul Cezanne.

 

Mina Carlson Bredberg SelfPortrait

Mina Carlson-Bredberg, 'Self-Portrait', 1889, Prins Eugens Waldemarsudde, Stockholm.

 

Die mir bis dahin unbekannte Mina Carlson-Bredberg aus Schweden tat es mir an, wie sie sich selbst in Ihrem Pariser Atelier unter dem Dach gemalt hat. Die berühmte Amsterdamer Malerin Therese Schwartze ist mit dem schönen Porträt von Lizzy Ansingh aus dem Rijksmuseum vertreten. Für Emile Bernard habe ich ohnehin eine kleine Schwäche und vor dem Bildnis Vincent van Goghs im Café durch Henri de Toulouse-Lautrec musste ich auch länger als durchschnittlich verweilen.

 Oudegracht in Utrecht von der Maartensbrug aus

Blick über die Oudegracht in Utrecht, von der Maartensbrug Richtung Süden auf die Rückseiten der Häuser am Lijnmarkt.

 

Heute für Sie und Euch: Fotos von einer Spritztour durch Utrecht dieser Tage. Die Stadt ist zwar etwas leerer als sonst im Juni. Doch Utrecht ist noch da. Und immer noch sehens- und erlebenswert.

Und ich kann es nicht erwarten, Ihnen und Euch Utrecht und seine Besonderheiten wieder persönlich bei einer Stadtführung zu zeigen!  
Das wird hoffentlich bald wieder möglich sein. Wenn auch unter neuen Bedingungen und mit Einschränkungen, zum Beispiel in kleineren Gruppen und mit größerem Abstand zueinander als gewohnt. Das soll uns aber die Freude nicht nehmen. 

In Kürze gibt es mehr Info zu den näheren Einzelheiten hier auf der Webseite.
Ich freue mich schon!

Ihre und Eure Claudia Schipper

11. Juni 2020
 

Achter de Dom - Hinter dem Dom in Utrecht

Hinter dem Dom in Utrecht. So heißt auch die Straße: "Achter de Dom". 

Utrecht hat Geburtstag. Bald sogar seinen 900. Denn am 2. Juni 1122 erhielt Utrecht seine Stadtrechte und das soll 2022, wenn Utrecht 900 Jahre alt wird, ordentlich gefeiert werden. Wir hoffen natürlich darauf, dass dazu passende gesellige Feierlichkeiten bis dahin wieder möglich sein werden.

Vorläufig ist es noch so, dass wir die Stadt nicht im Rahmen von Stadtführungen erkunden können, doch auch das wird sich hoffentlich zu gegebener Zeit wieder ändern. Lasst uns deshalb kurz im Geiste (statt vor Ort) auf die Gelegenheit zurückblicken, bei der Utrecht seine Stadtrecht erhielt:

Im Mittelalter spielte der Bischof eine gewichtige Rolle in Utrecht. In den Jahren, die uns hier betreffen, war Bischof Godebald an der Macht. Das bedeutete damals nicht nur kirchliche, sondern auch weltliche Macht. Und ging gerade zu jener Zeit immer wieder einher mit Streitigkeiten zwischen Kaiser und Bischof, wem denn nun die größere Macht zukäme.

Stadsrechte Utrecht 1122, Stadtarchiv

Mit dieser Urkunde bestätigte Kaiser Heinrich V. am 2. Juni 1122 die Stadtrechte der Stadt Utrecht (Stadtarchiv Utrecht).

 Kreuzigung, Rijksmuseum Amsterdam, anonym Utrecht Heute ist Karfreitag, Auftakt zu einem Osterwochenende der etwas anderen Art. Ich wünsche Euch und Ihnen allen schöne Osterfeiertage und angesichts der Lage viel Gesundheit und Geduld und Ausdauer beim Zu-Hause-Bleiben.

Ich wünsche Ihnen und Euch dies mit diesem zu Karfreitag passenden Gemälde einer Kreuzigung aus dem Rijksmuseum in Amsterdam. Das ich Ihnen und Euch viel lieber persönlich zeigen würde, doch es verstehts sich, dass Museums- und andere Führungen im Rahmen der Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus COVID-19 momentan nicht stattfinden können.

Der Maler dieses Bildes von etwa 1460 ist uns nicht namentlich bekannt, doch wir dürfen vermuten, dass er aus Utrecht kam. Denn er nahm sich die Freiheit, die Kreuzigung nicht in Jerusalem, sondern vor den Toren von Utrecht stattfinden zu lassen. Im Hintergrund rechts sehen wir den berühmten Utrechter Domturm und wer die Stadt besser kennt, kann andere architektonische Details vom Utrecht des 15. Jahrhunderts entdecken.

Hoffen wir, dass es bald wieder möglich sein wird, dieses Gemälde und viele andere in den Museen der Niederlande leibhaftig in Augenschein zu nehmen und zu erörtern. Und auch das hier dargestellte Utrecht wartet gemeinsam mit Schwesterstädten darauf wieder zu Fuß von Besuchern bei Stadtführungen erkundet zu werden.

Frohe Ostern allen und bleibt / bleiben Sie gesund!

 

Verzückung, Entschlossenheit, Leiden, Neugier, Liebe, Abscheu und mehr Emotionen - und wie diese durch Meister des Barock in Rom dargestellt wurden, durch Künstler wie Caravaggio, Bernini und deren Maler- und Bildhauerkollegen - das ist nun in einer spektakulären Ausstellung im Rijksmuseum in Amsterdam zu erleben. 

 Annibale Carracci, Pietà, ca. 1603

Annibale Carracci, Pietà von ca. 1603, Kunsthistorisches Museum Wien. Die Wunde in Christus' Seite ist ebenso blau wie Marias Gewand und Marias kraftlose Haltung spiegelt sich im leblosen Körper ihres Sohnes wieder. Oder umgekehrt. 

 

Spirituelle Erfahrungen, Visionen, Ekstase kommen in Werken zum Ausdruck, die Maria Magdalena oder den Heiligen Franziskus von Assisi abbilden. Der Betrachter wird Zeuge ziemlich intimer Erfahrungen der dargestellten Heiligen, was seiner Glaubensfestigkeit zu Gute kommen soll. Wir können die Trauer von Annibale Carraccis untröstlicher Maria mit dem leichenblassen Körper des gekreuzigten Jesus Christus in ihrem Schoß nachempfinden. Und der muskulöse marmorne Leib des mit Pfeilen gepeinigten Heiligen Sebastian des Gian Lorenzo Bernini scheint fast lebendig zu sein, auch wenn wir ihm in einem Moment gegenüberstehen, in dem er bereits dem Tode nahe ist.

Rembrandt van Rijn, Fahnenträger aus der Sammlung Rothschild, Paris Das Jahr 2019 endete mit einer Runde durch das Rijksmuseum an Silvester und das Jahr 2020 hat auch schon wieder mit abgeschlossenen und geplanten Führungen dort begonnen. Wir beschränken uns 2020 aber nicht auf dieses prächtige Museum. Es gibt viel mehr Möglichkeiten, mit Hilfe von Kukullus die Zeit mit Kunst und Kutur zu verbringen, zum Beispiel während einer Museumsführung oder eines Stadtspaziergangs. 

Wie wäre es etwa mit einer netten Stadtführung im sympathischen Utrecht, dem liebenswerten Gouda oder dem charmanten Delft? Für Kunstliebhaber gibt es das Mauritshuis und das Van Gogh Museum, die darauf warten, bei einer Führung entdeckt zu werden. 

Nicolaes Maes, Schlafende Buchhalterin, 1656, Saint Louis Art MuseumIm vergangenen Jahr, dem Rembrandtjahr, durften wir überdurchschnittlich vielen Gästen das Leben und Werk des Rembrandt van Rijn näherbringen. Und dieses Rembrandtjahr 2019 dauert auch noch ein wenig an: Neben der gelungenen Ausstellung Rembrandt-Velázquez im Rijksmuseum (noch bis 19. Januari 2020) gibt es im Mauritshuis in Den Haag, auch bis zum 19. Januar, noch das Werk des Nicolaes Maes zu bewundern, eines besonders talentierten Rembrandt-Schülers. In Leiden ist die Ausstellung zum Frühwerk Rembrandts noch bis zum 9. Februar 2020 zu sehen und die interessante Ausstellung Laboratorium Rembrandt im Rembrandthuis in Amsterdam dauert noch bis zum 16. Februar.

 Rembrandt, Fußoperation (Kunst Museum Winterthur) in der Ausstellung Junger Rembrandt in Leiden

Und wenn diese Ausstellungen dann doch vorüber sind? Keine Bange, in den Niederlanden gibt es Rembrandt immer zu bewundern und zu entdecken.

Was dürfen wir des Weiteren 2020 an Ausstellungen 2020 erwarten? Hier eine Auswahl dessen, was uns erwartet: 

Rembrandt Lesende alte Frau Rijksmuseum Rembrandt ist tot. Er starb 1669, also vor (fast) 350 Jahren. Anlass für die Niederlande, das Jahr 2019 zum Rembrandtjahr zu erklären. Viele Museen und kulturelle Einrichtungen widmen Rembrandt van Rijn 2019 besondere Ausstellungen. 

Und Kukullus macht mit: Mit der Stadtführung zu Rembrandt in Amsterdam begeben wir uns auf die Spuren des Meisters in der Stadt, die auf’s Engste mit den Höhen und Tiefen im Leben und im Werk Rembrandts verbunden ist.
Bei Kukullus’ Rembrandt-Führung im Rijksmuseum widmen wir uns ausgewählten Werken Rembrandts und beleuchten an deren Hand Rembrandts Schaffen über Jahrzehnte hinweg.

 

Rembrandt im Rijksmuseum Amsterdam

Das Rijksmuseum in Amsterdam zeigt (beinahe) alle Rembrandts in seiner Sammlung: Vom 15. Februar bis 10. Juni 2019 werden 22 Gemälde, 60 Zeichnungen und sage und schreibe 300 Drucke präsentiert. Normalerweise befinden sich immer einige Werke des Meisters im Depot, ganz besonders, wegen ihrer Empfindlichkeit, die Kunstwerke auf Papier. Doch 2019 wird groß ausgepackt. Auch wenn noch immer rund 1000 seiner Radierungen in der Ausstellung fehlen werden, denn das komplette graphische Oeuvre zu zeigen, würde einfach den Rahmen sprengen.

Fenster Philipp II Spanien und Letztes Abendmahl Janskerk Gouda Wilhelm von Oranien und König Philipp II von Spanien haben Gouda verlassen. Gewissermaßen. Die Sint Janskerk (Johanneskirche) in Gouda verfügt über einen einzigartigen Schatz bunter Glasfenster des 16. Jahrhunderts mit vielen biblischen Darstellungen - manche bis zu 20 Meter hoch. Auch die jeweiligen Schenker eines solchen Fensters ließen sich dabei gern monumental unter oder neben dem Geschehen abbilden. Darunter die beiden Kontrahenten Wilhelm von Oranien, genannt Wilhelm der Schweiger, Anführer des niederländischen Freiheitskampfes, und sein Widersacher Philipp II von Spanien. Beide sind nun ins Rijksmuseum in Amsterdam gewandert.

Nicht buchstäblich, natürlich. Wilhelm von Oranien ist im Rijksmuseum überlebensgroß auf einem Karton zu bewundern. Ein solcher Karton war für die Glaskünstler (wie auch für Weber von Wandteppichen) die Zeichnung, die im Maßstab 1:1 als Vorlage für die Anfertigung des Kunstwerks diente. Es grenzt an ein Wunder, dass diese sehr fragilen Kartons im Falle der Fenster für die Janskerk in Gouda erhalten geblieben sind. Sie werden zu Recht auch wie Augäpfel gehütet. Einer aber, mit einem Porträt des Wilhelm von Oranien, durfte anlässlich der Ausstellung 80 jaar oorlog (80 Jahre Krieg) nun den Tresor verlassen und nach Amsterdam ins Rijksmuseum reisen.

Explosion spanisches Schiff bei der Seeschlacht von Gibraltar Ob es nun eine Führung im Rijksmuseum oder im Mauritshuis ist oder in Delft, Utrecht, Amsterdam, Gouda – der 80-jährige Krieg kommt dabei so gut wie jedes Mal zur Sprache. Das liegt nicht nur daran, dass dieser Freiheitskampf der Niederlande so lange dauerte, sondern auch an seiner zentralen Bedeutung für die nationale Identität des Landes – damals wie heute. Noch immer ist die Nationalhymne der Wilhelmus, in dem der erste bedeutende Anführer des achtzigjährigen Krieges – Wilhelm von Oranien, genannt der Schweiger – besungen wird. Unter diesem Wilhelm von Oranien, der noch heute als „Vater des Vaterlandes” verehrt wird, begannen die nördlichen Provinzen der Niederlande, sich von der katholischen Herrschaft des spanischen Königs freizukämpfen und eine protestantische Republik zu werden.

Vom 12. Oktober 2018 bis 20. Januar 2019 widmet das Rijksmuseum in Amsterdam dieser so entscheidenden Periode der niederländischen Geschichte eine große Sonderausstellung. Anlass ist der Umstand, dass der Kampf offiziell 1568, also vor runden 450 Jahren, begann. Der achtzigjährige Krieg war ein Generationen übergreifender Konflikt und endete erst 1648, als in Münster der Westfälische Friede geschlossen und die niederländische Republik offiziell als souveräner Staat anerkannt wurde.

Der niederländische Freiheitskampf – eine Ausstellung im Rijksmuseum Amsterdam

Es waren 80 Jahre, in denen viel geschah. Es ging um Religion, aber auch um Privilegien des Adels. Er wurde nicht nur zu Lande sondern auch auf See ausgetragen, immerhin kämpften sowohl Spanien als auch die Niederlande um Vorherrschaft auf den Weltmeeren. Der Krieg kostete vielen Menschen das Leben, oder wenigstens ihr Zuhause. Zahllose Menschen gerieten auf die Flucht und die Tausenden und Abertausenden, die aus den katholisch und spanisch bleibenden südlichen niederländischen Provinzen nach Holland flüchteten, haben ganz wesentlich zur wirtschaftlichen Blüte beigetragen, die in der niederländischen Republik für viele zu Reichtum und Wohlstand führte.

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